Hier geht´s zur Anmeldung für die Schreikind-Kompetenz-Challenge vom 24.8. - 28.8.2020

Familienpraxis 

Dr. Simone Lang

Baby Kind krank

Der Kleine steht oben an der Treppe und schreit auf einmal ganz hoch und hilflos. Er hält sich den Hals und brüllt „Aua, aua“. Was ist denn da los? 

Die Suche nach der Ursache

Mein Mann meint, er hat sich nachts schon das Ohr gehalten und geautscht, ich tippe auf Halsweh. Gestern waren wir abends noch am See und er scheint mir im Gesicht etwas zugequollen zu sein. Da sein Schreien immer panischer wird, lege ich ihn erstmal auf den Rücken und taste die Wirbelsäule und die Nackenmuskulatur ab, die er sich hält. Das Schreien steigert, sich – ebenso die Panik der Mama. 

Er will nur noch von Papa getröstet werden. Papa ist mittlerweile auch da und hebt ihn hoch – Geschrei. Die beiden setzen sich zusammen im Wohnzimmer auf den Stuhl, der Kleine legt sich bei Papa auf den Bauch und wird nach und nach ruhiger. Und bewegt sich nicht mehr. Keinen Zentimeter. Und zwar fast den ganzen Tag! Wenn er den Kopf hebt, fängt er an zu schreien.

Mein Mann tippt auf Mittelohrentzündung. Ich tausche mich mit einer befreundeten Heilpraktikerin aus, die von dem Phänomen des „warmen Windes“ im Sommer erzählt. Wie er sich bewegt, bzw. Bewegung vermeidet, erinnert mich, wenn ich mir einen Zug im Nacken geholt habe. Nackensteifigkeit ist leider auch ein Symptom von Hirnhautentzündung und wir haben ihm gerade eine Zecke gezogen, die allerdings noch nicht getrunken hatte…

Schlafen, schlafen, schlafen

Ich weiß, dass viele Eltern den Luxus nicht haben, die berufliche Arbeit flexibel zu organisieren. Wir tun das auch erst seit wir die Kinder haben und in solchen Momenten ist das Gold wert, bzw. die Gesundheit unseres Kindes. Ich stille ihn und er schläft dabei ein. Er schläft drei Stunden auf meinem Bauch. Körperliche Nähe und Schlaf – und ein Globuli. Er wacht auf und bewegt sich, wieder Schmerzensrufe. Er bleibt einfach auf dem Sofa liegen. Weil ihm langweilig wird, fängt er an mit den Beinen zu schlagen. Der Kopf wird lieber nicht bewegt. Gegessen wird im Liegen – Nudeln ohne Soße gehen auch seitwärts zu schlucken. Er ist fit, ihm ist langweilig, aber der Kopf wird nicht bewegt. Mittlerweile hat mein Mann mich abgelöst. Am späten Nachmittag, gehen meine Mann und meine Tochter nochmal raus. Der Kleine schläft wieder beim Trinken ein.

Hallo gesund!

Ich lege ihn nach einer Weile ab. Er schläft nochmal eineinhalb Stunden. Abends wacht er wieder auf. Ich hole Abendbrot für ihn und für mich. Mittlerweile finde ich es auch mal ganz schön, dass ich nicht jedes Glas neben ihm wegräumen muss – er kann sich ja nicht bewegen, also fällt auch nix runter 🙂 Eine Schüssel mit Rohkost und Oliven habe ich neben ihn auf die Sofalehne gestellt. Er sieht irgendwie, dass da Oliven drin sind und möchte eine. Da ich weiß, dass er sie aus Interesse zwar zerkaut, dann aber ausspuckt, gebe ich keine. Ich hab einfach keine Lust auf die Putzerei hinterher auf dem Sofa. Was macht er? Stemmt sich zum ersten Mal an diesem Tag hoch und holt sie sich selbst! Und setzt sich hin!

Ab dem Moment bewegt er sich wieder weitgehend normal. Es ist zu sehen, dass er vor allem auf der einen Seite noch bei bestimmten Bewegungen Schmerzen hat, doch er hat wieder (fast) sein natürliches Bewegungsverhalten!

Das war´s!

Das ist der Durchbruch. Ab dann geht’s immer besser, am nächsten Tag ist fast nichts mehr zu merken, er spricht nurnoch von einem „Brennen“ und zeigt Stellen auf den Hinterkopf über beiden Ohren. Wie oft habe ich diese Erfahrung auch bei meiner Tochter gemacht – die Kinder wissen, was ihnen gut tut. Gesund werden ist eine Kompetenz, die Babys und Kleinkinder selbsttätig lernen können, wie Laufen oder Sprechen. Wir müssen „nur“ den Rahmen schaffen…

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