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Familienpraxis 

Dr. Simone Lang

Streit Konflikt Schlechte Stimmung

Stimmungslage 1

Mir geht es nicht gut. Vor einigen Tagen haben wir die Nachricht bekommen, dass unser Kleiner einen Platz im Kindergarten hat (Juhu!), aber nicht bei der gewünschten Erzieherin. Das hat bei mir eine Gefühlskaskade aus aktuellen Fragen und früheren schmerzhaften Erfahrungen ausgelöst. Der Druck, eine Rückmeldung geben zu müssen, ob wir den Platz nehmen, spitzt das ganze noch zu.

Morgens merke ich auf einmal, dass ich das noch nicht will. Und bespreche es mit meinem Partner. Der nicht begeistert ist… Nur, es ist zu dringlich, beschäftigt mich zu sehr, um an einem Termin am Wochenende in Ruhe mit ihm zu sprechen… Natürlich stört es unsere ganze Morgenroutine und die beiden Kinder spüren die Stimmungslage.

Stimmungslage 2

Aufgrund der Ferien sind beide Kinder zuhause und: Es hat geschneit! Der Schnee hat sich in den letzten zwei Tagen aufgebaut und türmt sich vor der Haustür. Die Sonne scheint. Ich möchte unbedingt rausgehen. Der Kleine (bald 3 Jahre) nicht. Er hasst Anziehen. Und Kälte, wenn wir draußen sind… Als wir alle angezogen draußen stehen, ist die Stimmung hinreichend schlecht, die Große (9 Jahre), weil sie warten musste, der Kleine, weil er sich anziehen muss, ich weil ich gedanklich beim Kindergartenthema bin. Wir stehen draußen, die Große hat sich einen Schneesitz gebaut. Der Kleine stellt sich daneben und macht den Sitz kaputt. Die Große schreit und schimpft. Ich will los, zum Schlittenberg. Der Kleine setzt sich auf den Schlitten und ich ziehe ihn – die Große stapft wortlos und mit dicken Wolken um den Kopf neben mir her. Ich spreche sie darauf an – sie weint um ihren Sitz. Mein Mann kommt vorbei und düst mit dem Rad zu Arbeit – ich werde schlecht gelaunt, weil er sich einfach aus der Situation rausziehen kann… 

Alle haben Bedürfnisse und Wünsche

Ich möchte endlich zum Schneeberg.

Die Große will, dass ihr Sitz wieder ganz ist.

Der Kleine heult, weil er spürt, dass irgendwas los ist.

Konflikte ignorieren geht selten gut…

Wir schaffen es genau noch 100 Meter weiter im Park, bis alle heulend da stehen – sie können sich in der Stimmung nicht einigen, wer auf dem Schlitten fahren darf. Da merke ich, dass es wohl nichts wird mit meinem Parkspaziergang im Schnee bei gleisendem Sonnenlicht – den wir hier alle Schaltjahre mal haben… Wir brechen den Rückweg an. Ich muss nicht sagen, dass wir natürlich im Park auch noch Menschen begegnen, denen ich mit zwei heulenden Kindern im Schlepptau eigentlich nicht begegnen möchte… 

Überforderung raus nehmen

Zuhause angekommen, kann sich die Große hinter ihrem Buch zurückziehen, dem Kleinen ist warm – nur ich schaue sehnsüchtig nach draußen… Naja, Konfliktlösung geht erstmal vor. Ich lasse die Große erzählen, was ihr so weh getan hat an der Zerstörung ihres Schneesitzes und höre ihr in Ruhe zu. Ihre Gefühle wollen gehört und gefühlt werden. Die Stimmung entspannt sich. Wir entspannen uns. Und am nächsten Tag werden wir einen wunderschönen Spaziergang machen – im Schnee, in der Sonne…

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