Hier geht´s zur Anmeldung für die Schreikind-Kompetenz-Challenge vom 24.8. - 28.8.2020

Familienpraxis 

Dr. Simone Lang

Hilfe für Eltern mit Schreibaby

Weinen ist für den Säugling DAS Medium, um sich zu äußern. Passt irgendetwas nicht? Schreien. Hunger? Schreien. Die Windel ist voll? Schreien. Ich fühle mich alleine? Schreien.

Durch die ständige, gemeinsam verbrachte Zeit mit meinem Baby werden die Mütter zur Expertin in Bezug auf ihr Kind und können verschiedene Gründe für das Weinen unterscheiden. In der Emotionellen Ersten Hilfe wird mittlerweile in drei Arten des Weinens unterschieden: das Bedürfnisweinen, das Stressweinen und das Erinnerungsweinen.

1. Bedürfnisse checken

Beim Bedürfnisweinen ist das Weinen ein Aufruf zum Handeln. Das heißt, mama muss entweder füttern, da sein, dem Baby Ruhe verschaffen, dass es einschlafen kann o.ä. Einen guten Überblick gibt hier meine Checkliste der Grundbedürfnisse. Es wird sichergestellt, dass die Grundbedürfnisse des Babys erfüllt sind.

2. Welches Weinen ist es?

Beim Stressweinen, das hauptsächlich auch abends auftritt, geht es darum, dass die Eindrücke und Reize für das Kleine zu viel sind und wie in einem Fass nun in dem Kind quasi überlaufen. Es kann sich vor Reizen nicht (mehr) schützen und muss den dadurch entstandenen Stress abbauen. Hier darf die Mutter „einfach da sein“ und zuhören, was das Kind „erzählt“ und jammert, auch wenn das Schreien zunächst schlimmer wird. Um diese Schreiphase durchzustehen, die sich wie ein Spannungsbogen zunächst immer weiter aufbaut, um dann abzuflachen hilft die Bauchatmung. Nach der gemeinsam durchstandenen Schreiphase stellt sich ein wunderbares Gefühl der Innigkeit mit dem Kind ein.

Beim Erinnerungsweinen hat das Baby in seinem kurzen Leben bereits schmerzliche Erfahrungen gemacht, z.B. bei der Geburt, in denen es sich ohnmächtig gefühlt hat. Diese Erinnerungen werden im Körper gespeichert und müssen in Nachhinein nochmal „hervorgeholt“ und durchlebt werden. Hier dauert das Weinen des Babys länger als 40 Minuten. Es lohnt sich, diese Phasen mit professioneller Hilfe begleiten zu lassen.

3. Selbst in die Entspannung kommen

Beim Stressweinen ist es zentral, dass die Mutter sich nicht aus der eigenen Körperpräsenz bringen lässt. Sie muss also neben dem Weinen des Kindes zunächst den Fokus auf den eigenen Körper richten, z.B. indem sie sich selbst die Hand auf den Bauch legt. Nun geht es darum, durch eine gezielte Bauchatmung die eigene Entspannung zu erlangen. Bei der Bauchatmung hebt sich beim Einatmen nicht nur die Brust, sondern vor allem der Bauch wölbt sich nach vorn. Durch diesen körperlichen „Trick“ schaltet der eigene Körper von Stress auf Entspannung um.

Kann das Kind sich ausweinen und wird nicht dazu gezwungen, sich immer beruhigen zu müssen, kann das begleitete Weinen für Mama und Kind eine erfüllende Erfahrung sein.

4. Der „Aus-Schalter“ – wenn mama nicht mehr kann

Bei untröstlich schreienden Kindern kommt oft mehrmals am Tag der Punkt, an dem mama nicht mehr kann. Hier kann durch Beruhigungsversuche das Kind quasi überredet werden, sich zu beruhigen, auch wenn es gerade das Verständnis der Mutter bräuchte.

Dabei ist ein möglich effizientes Beruhigen gefragt. Prinzipiell gibt es 4 Kanäle, über die sich ein Kind beruhigen lässt: Monotone Geräusche („schuschen“), Schauckeln (kleine Körperbewegungen), Einbinden (Auseinanderfallen der Körperglieder verhindern) und Saugen – alles Erfahrungen, die das Baby aus dem Mutterleib kennt. Besonders effizient ist die Kombination der Kanäle, z.B. durch das Hüpfen auf dem Petziball und Einbinden in das Tragetuch.

5. Der Notruf

Irgendwann sind die Batterien bei der Betreeungsperson leer und eine weitere Schreiphase kann nicht mehr gestemmt werden. Dies zeigt sich oft darin, dass während der Beruhigung oder versuchten Selbstentspannung der eigene „Geduldsfaden“ reißt und durch massive Beruhigungsaktivität klar gemacht wird, dass es nun reicht und es aufhören MUSS zu schreien – was natürlich meist zum Gegenteil führt. Hier ist eine Notrufnummer nötig. An diesen Punkt muss die Mutter selbst ihre eigenen Reserven wieder auffüllen. Der Notruf kann der eigene Mann sein, der dann von der Arbeit kommen muss oder eine andere Person, die vorbei kommt. Es kann auch die Nummer einer professionellen Babysitteragentur sein, mit der ein Termin für später am Tag ausgemacht wird.

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