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Familienpraxis 

Dr. Simone Lang

Ungerechtigkeit als Mutter in der Gesellschaft

Noch heute wird vielen Frauen und Müttern in der Familienarbeit wie auch im Gesellschaftsrecht vorgeschrieben, was als Mutter „richtig“ ist. Es ist an der Zeit, einige Irrtümer und Glaubenssätze aufzudecken. Deshalb berichte ich hier aus meinem eigenen Muttersein. Denn: Das Private ist in höchstem Maße politisch. 

Außerdem analysiere ich den Rahmen, in dem ich als Mutter in Deutschland lebe, und komme zu der Schlussfolgerung, dass es Zeit ist. Zeit, mutige und innovative neue Schritte zu gehen. Doch in diesem Artikel geht es nicht um meine eigenen, mutigen und innovativen Schritte hin zu einer bindungs- und bedürfnisorientierten Beziehung zu meinen Kindern, sondern um den Rahmen, den Mütter im Allgemeinen für ein gelingendes Muttersein brauchen. Mutterschaft braucht einen vor allem einen finanziellen Rahmen, in dem die eigenen, persönlichen Schritte gut abgesichert sind. Alle Mütter – egal ob verheiratet oder unverheiratet. Diesen Rahmen benenne ich ganz konkret in gesellschaftspolitischen und Forderungen.

Meine eigene Trauer

Ich noch heute, zehn Jahre nach meinem beruflichen Aus an der Universität bin ich manchmal verbittert, wütend oder traurig darüber. Damals sah ich mich gezwungen, meine sehr gut bezahlte, unbefristete Stelle als Dozentin an der Universität aufzugeben. Hauptsächlich aus dem Grund, dass ich Mutter wurde. Mein Kind war ein Schreibaby, das heißt, ich hatte die ersten eineinhalb Jahre bestenfalls 2-3 Stunden Schlaf am Stück. Die beiden kinderlosen Professoren des Institutes hatten kein Verständnis für mich. Universitäre Unterstützungssysteme wie die Mobbingbeauftragte des Personalrates oder die Frauenbeauftragte haben mir nicht geholfen – im Gegenteil. 

Außerdem holten mich während der ersten Jahre viele alte Verletzungen der eigenen Kindheit ein, die erst allmählich beginnen zu heilen. Über die Heilungsarbeit berichtete ich teilweise in meinem Blog.

Meine eigene Existenz war lebensgefährlich bedroht

Meine eigene Existenz und die Existenz meines ersten Kindes waren durch das Aus in meinem Beruf lebensgefährlich bedroht. Existenz meint hier: meine physische, psychische und emotionale Gesundheit von mir und meinem Kind. 

Physisch

  • da mein Körper nach der Geburt heilen musste, 
  • aufgrund der zusätzlichen körperlichen Belastung, das Kind zu tragen, zu wickeln etc.,
  • durch den fehlenden Schlaf.

Psychisch

  • durch die aufkommenden eigenen Kindheitstraumatas,
  • durch fehlende Informationen, was Mutterschaft WIRKLICH bedeutet,
  • durch die hormonelle Umstellung des Körpers, die bewirkte, dass ich mich unter anderem emotional stark an das Kind gebunden fühlte und eine hochsensible Wahrnehmung für Gefahren hatte,
  • durch die Überlastung,
  • durch den Schlafmangel und die permanente Übermüdung noch nach Jahren.

Emotional

  • durch die gefühlte Unsicherheit und einem Gefühl von fehlenden Schutz in verschiedenen Lebenssituationen,
  • durch fehlendes„Genährt-Werden“ in meiner neuen Lebenswirklichkeit als Mutter,
  • durch fehlende emotionale Unterstützung in Beruf und Familie,
  • durch fehlende Anerkennung und Würdigung meiner Leistung als Mutter,
  • durch die Verunsicherung der eigenen körperlichen Veränderungen.

Wer hier Unterstützung sucht, der empfehle ich Ritualarbeit, so wie sie beispielsweise Alexa Szeli anbietet.

Finanziell gerettet hat meine Existenz als Mutter und die meines Kindes mein Status als verheiratete Frau.

Der gesellschaftliche „Normalzustand“ als Mutter

Eine Rückkehr in einen „Normalzustand“ wir vor der Geburt ist noch heute begrenzt möglich. Diese Heilungsarbeit in engerem Sinne hat beim ersten Kind 12 Jahre, beim zweiten etwa 4 Jahre gedauert und ist insgesamt noch nicht abgeschlossen. Als Mutter bin ich gesetzlich 18 Jahre verpflichtet, meine Kinder voll zu verantworten. Nach dem 18. Lebensjahr bei der Finanzierung der Ausbildung beispielsweise auch weiterhin. Das bildet meinen eigenen Wunsch ab, meine Kinder lebenslang zu begleiten. 

Allerdings werden mir gesetzlich diese Pflichten aufgebürdet ohne einen entsprechenden finanziellen Ausgleich. Dies geht systemisch insofern nicht auf, da der Fortbestand unserer Menschheit von unserer Arbeit als Müttern abhängt. Natürlich würde sich das Ganze regeln: Ich sorge jetzt für meine Kinder und später, wenn ich alt bin, sorgen meine Kinder für mich. 

In unserem Gesellschaftssystem habe ich die Aufgabe, für meine Kinder zu sorgen, wenn ich allerdings nicht noch ZUSÄTZLICH erwerblich arbeitete, sind meine Kinder später rechtlich NICHT verpflichtet, für mich zu sorgen.

Einige „Fun-Facts“ zu dem Unterschied von verheirateter und unverheirateter Mutter, die gar nicht so lustig sind

Die Corona-Energieausgleichs-Pauschale

Ganz konkret habe ich diese Ungerechtigkeit aktuell gespürt, als es um den Energieausgleich von 300 Euro der Regierung für den entstandenen Energie-Mehraufwand während der Corona-Lockdowns ging. Hier geht es nur um Energie wie Strom, Wasser etc. nicht um den erhöhten persönlichen Energieaufwand in Form von Stress 😉 als Mutter bekomme ich diese finanzielle Unterstützung nicht – klar, ich hatte ja auch keinen Mehraufwand… Sorry, Sarkasmus. 

Der Vater der Kinder bekommt die 300 Euro zusätzlich zu seinem erwerblichen Lohn ausgezahlt. Wäre ich keine verheiratete Mutter, würde ich nichts bekommen. Zumindest ist mir kein Formular bekannt, über das ich diese Pauschale beantragen könnte, wäre ich unverheiratet. Sollten Sie als LeserIn andere Informationen haben, freue ich mich über die Erweiterung meines Horizontes. 

Die Übernahme der Krankenkassenkosten

Im Zuge meiner eigenen beruflichen Neuorientierung war ich offiziell zwei Jahre im Haupterwerb selbständig und habe monatlich etwa 220 Euro an die Krankenkasse als Sozialversicherung für mich und meine Kinder gezahlt. Da ich von dem Erwerb nicht leben konnte, bin ich seit einiger Zeit offiziell im Nebenerwerb selbständig. Sowohl die Kinder als auch ich sind nun über meinen Mann sozialversichert, was toll ist und ich sehr zu schätzen weiß. Denn die Familienarbeit bleibt die gleiche – wir haben in unserem Familiensystem lediglich intern einige Umstrukturierungen vorgenommen. Diese kommen vor allem den Kindern und mir zugute, da es alle Prozesse entschleunigt und entspannt. Und mein Mann profitiert natürlich auch davon. 

Durchdenke ich diese Regelung, wenn ich eine unverheiratete Mutter wäre, müsste ich mich entscheiden. Entweder Hartz 4 und entschleunigte Prozesse in der Familie, so dass zum Beispiel mein kleines Kind wieder viel ruhiger und ausgeglichener ist, als zur Zeit meiner Arbeit meiner haupterwerblichen Selbständigkeit. Oder die eigene Übernahme der Krankenkassenkosten für mich und die Kinder. Dann wäre Stress und Unzufriedenheit meine ständigen Begleiter. Mein kleines Kind würde es vermutlich in eine ADHS-Symptomatik treiben.

Ehegattensplitting – die staatliche Subventionierung der Ehe

Dadurch, dass ich mit meinem Mann zusammen in einem Haushalt wohne, spare ich eine Menge Kosten. Schließen wir eine Versicherung ab, sind wir beide versichert. Bestellen wir Einkäufe, läuft die Servicepauschale – ob wir jetzt eine oder zwei Personen sind. Die Wohnungsnebenkosten für die Kinder und uns selbst teilen wir uns – eine Müllabfuhr muss nur zu einem Haus und nicht zu zwei Wohnungen kommen, wäre ich unverheiratet und getrennt von dem Vater lebend. 

Eine große Unterstützung ist die steuerliche: Als unverheiratete Frau hatte ich Steuerklasse 1, nun haben mein Mann und ich beide Steuerklasse 4. Zu den eingesparten Kosten durch das Zusammenleben, werden wir steuerlich unterstützt. Allerdings werden Kinder hier in keiner Weise berücksichtigt. Lediglich ein Kinderfreibetrag wird uns angerechnet. Wäre ich unverheiratet, müsste ich mehr Steuern zahlen. Wäre ich dazu noch mit Kindern alleine lebend, hätte ich zusätzlich eine erhöhte Familienarbeit.

Rentenansprüche

Das klingt ziemlich nach einem Paradies als verheiratete Mutter. Doch es gibt auch hier noch ein paar Tücken. Dadurch, dass ich zwar gesetzlich verpflichtet bin, für meine Kinder mindestens bis zu ihrem 18. Lebensjahr zu sorgen, sie aber nicht verpflichtet sind, für mich zu sorgen, wenn sie erwerbsfähig und ich langsam nicht mehr erwerbsfähig bin, muss ich mich finanziell mit dem begnügen, was der Staat als notwendig für mich ansieht. Dass dies nicht so ist, dass ich entspannt und vergnügt im Alter mein Leben gestalten kann, ist hinreichend bekannt und belegt. Nicht nur das. Als unverheiratete Mutter ohne Erwerb könnte ich mit meiner Rente – wie mit dem Hartz 4 Geldbetrag und dem Betrag, den der Vater für die Kinder zahlt, nur mit großen Sorgen und in Armut überleben.

Geld oder Ehre?

In den schamanischen Traditionen gibt es immer Menschen, die „umsonst“ arbeiten und darauf vertrauen, dass für sie gesorgt wird, und Menschen, die etwas für ihre Heilungsarbeit verlangen. Erstere sind eventuell weniger materiell vermögend, werden aber seelisch durch die Anerkennung ihrer Leistung in Form von „Ehrung“ und freiwilligen Gaben genährt.

Wie ist es in unserem Gesellschaftssystem hier in Deutschland geregelt?

Werden die Mütter – können sie sich zumindest die Anerkennung ihrer Leistung sicher sein, wenn sie schon kein Geld damit verdienen? Ist die Mutterschaft in Deutschland ein gesellschaftlich anerkanntes und offiziell gefördertes „Ehrenamt“?

Als verheiratete Mutter ist der Vater das gesellschaftliche Absicherungssystem. Gerade in den ersten Kinderjahren kann der Verlust dieses Status´ existenzbedrohend sein – für Mutter und Kinder. 

Als unverheiratete Mutter, die ihren Mutterpflichten nachkommt, gibt es die Wahl zwischen Unzufriedenheit und Stress in der Familienarbeit, dafür aber finanziellem Überleben oder einem Leben in finanzieller Armut mit ausreichend Zeit für die Kinder. Die Zeit ist dann qualitativ durch Existenzängste und Sorge um das eigene und das Überleben der Kinder geprägt sein. Wenn die Mutter finanzielle Unsicherheit bis hin zur Existenzbedrohung – von der physischen Existenzbedrohung durch den Geburtsvorgang reden wir hier noch nicht einmal – in Kauf nimmt, müsste ihr doch zumindest die Ehre im Sinne einer Anerkennung ihrer Lebensleistung zustehen, oder?

Ehre in der Familienarbeit für den Vater

Damit bekommt der Vater die Anerkennung seiner Arbeitsleistung, die „Ehre“ in mehrfacher Hinsicht:

  • Er erhält die Anerkennung von Mutter und Kindern für seine finanzielle Leistung.
  • Erwerbsarbeit wird höher gewertet als die Be-/Erziehungsarbeit mit den Kindern. Wer das Geld nach Hause bringt, entscheidet oft, wie und für was verwendet ausgegeben wird,
  • Fühlt er sich beruflich wohl, hat er die Anerkennung in einem weiteren Lebensbereich außerhalb der Familie.

Ehre in der Familienarbeit für die Mutter

  • Es gibt keine Rituale, welche die Leistung der Geburt der Mutter feiern. Nicht die Mütter, sondern die Kinder werden mit dem „Geburtstag“ geehrt. Die Lebensleistung der Mutter wird damit unsichtbar gemacht.
  • Es gibt keine Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mütter sind demnach nach dem ersten „Babyjahr“ existentiell abhängig von ihrer beruflichen Existenz oder dem Vater, wollen sie nicht mit sehr wenig Geld oder in Stress und Unzufriedenheit überleben. Das Gefühl der Abhängigkeit steht dem Gefühl des Gewürdigt-Seins konträr entgegen. Es fehlt die Anerkennung der Leistung als Mutter.

Mir ist der Punkt der Ehre so wichtig, weil wir Mütter gerade in den ersten, extrem anstrengenden Kinderjahren, von der emotionalen Zuwendung anderer leben und abhängig sind wie nie zuvor und nie danach in unserem Leben. Wir können die Kinder nur gut emotional nähren, wenn auch wir emotional satt und zufrieden sind.

Systemische Verschleierung der Tatsachen

Vor allem wird die Aberkennung der Mutterehre allzu oft und gerne durch Tatsachen und Worte verschleiert. Im allgemeinen Sprachgebrauch heißt es: Das Kind wurde am … geboren. Die Mutter ist in dieser gängigen Formulierung unsichtbar. Besser wäre es, zu sagen: „Die Mutter hat das Kind am … geboren.“

Im Magazin der gesetzlichen Rentenversicherung lese ich von der „Rentenfalle“ der Mütter, die gerade nach dem zweiten Kind oftmals der Erwerbsarbeit in nachgehen. Damit liegt in der Formulierung und im Wortsinn die Schuld bei den Müttern.

„Familienarbeit“, dies zeigt sich in der „Rentenfalle“, ist in der gesellschaftlichen Realität vorrangig Müttersache. Es ist damit genau genommen in erster Linie Mutterarbeit und keine Familienarbeit.

Konsequenzen

Aus den oben genannten Punkten leite ich Forderungen ab, welche die öffentlichen politischen Einrichtungen neu regeln müssen. Umsetzbar sind sie dann von Krankenkassen, Unternehmen und politischen Einrichtungen.

Die fehlende Unterstützung der Mütter zeigt sich erstens in der Tatsache des Ehegattensplitting: Egal ob Kind oder nicht, eine Ehefrau oder ein Ehemann ohne Kinder profitieren von der gesetzlichen Steuerregelung. Mutterarbeit wird in der gesetzlichen Steuerlast nicht berücksichtigt. Dies ist umso bitterer, da die Mütter für den Erhalt der Menschheit arbeiten. 

1. Die Verteilung der steuerlichen Last muss so geregelt werden, dass Mütter mit Kindern entlastet werden.

Eine staatliche Subventionierung der Ehe als Lebensform, sprich das Ehegattensplitting, muss abgeschafft werden. Die Ehe hat ihren Platz in der rituellen Anerkennung als besonderer Lebensform, in der sich zwei Menschen füreinander entscheiden. Eine eine finanzielle Aufwertung der Ehe als Lebensform darstellt kann nicht durch eine besondere Belastung dieser Lebensform gerechtfertigt werden, im Gegenteil. 

2. Die Corona-Energieausgleichs-Pauschale muss unabhängig von einer Berufstätigkeit allen Menschen mit Kindern ausgezahlt werden. 

Es ist zu überlegen, ob sie sich an der Kinderzahl orientiert, an den Müttern oder pro betreuender Person, z.B. für Mutter und Vater oder Mutter und Großmutter, ausgezahlt wird. Die Anerkennung der Betreuungsleistung erfolgt durch Selbstangabe und kann bis zu dreimal pro Familie erfolgen.

3. Die Krankenkassenkosten müssen neben den Kindern auch generell für Mütter bis zum 18. Lebensjahr des letzten Kindes übernommen werden. 

Dabei ist es wie bei den Kindern irrelevant, ob die Mutter einer Berufstätigkeit nachgeht oder nicht. Begründet werden kann dieses Vergehen mit dem besonderen Schutz, der der Mutter nach dem Grundgesetz zusteht.

4. Die Geldbeträge für Mütter müssen sich an der Lebenswirklichkeit unverheirateter Mütter ohne Erwerbsarbeit orientieren. 

Die Höhe der Beiträge dürfen sich nicht an einem reinen Überleben überleben, sondern an einem Leben im Wohlstand. Dieser Wohlstand wird von den Müttern selbst definiert. Die Begründung ist die aktuell bestehende psychische Überlastung und Armut von Müttern in Deutschland.

Die finanzielle Absicherung muss ein Leben ohne Armut in den Phasen der besonderes anstregenden Mutterarbeit sicher stellen. Mutterarbeit bedeutet: Bis das letzte Kind 18 Jahre alt ist und in Phasen der Ausbildung der Kinder danach. Dabei müssen die Mütter regelmäßig befragt werden, ob sie selbst die Geldbeträge als ausreichend empfinden. Ist dies bei mindestens 30% nicht der Fall, muss die finanzielle Unterstützung erhöht werden.

Die berufliche Anerkennung haben sich Mütter gegen alle Widerstände hart erarbeitet. Mütter erbringen eine besondere Leistung: sie treten durch die Geburt ihres Kinder neu in die Phase der Mutterschaft ein. Sie stellen sich neu auf ihre Mutterarbeit um und sind gerade in den ersten vier Jahren besonders belastet. Sie sind mindestens achtzehn Jahre über die Kindheit hinweg Tag und Nacht für andere Menschen verantwortlich. Sie tragen den Fortbestand der menschlichen Kultur in besonderem Maße. Nach der Phase der Umstellung von Erwerbsarbeit auf Mutterarbeit und haben viele Mütter ein großes Interesse, auch berufliche Anerkennung zu erhalten. Mütter müssen in den besonderen Lebensphasen der Umstellung von Erwerbsarbeit auf Mutterarbeit und hin in die Erwerbsarbeit zurück mit zusätzlicher Mutterarbeit in besonderer Weise unterstützet werden.

5. Um Mütter in ihren besonderen Leistungsphasen der Umstellung von Erwerbsarbeit hin zu Mutterarbeit und zurück zu unterstützen, brauchen wir eine Mütterquote von mindestens 30% in Unternehmen und Politik.

Die Forderungen sind ein Anfang und erweiterbar.

Forderungen an Politik

Für diese Forderungen braucht es Unterstützung von möglichst vielen Müttern in genau jenen Einrichtungen, die ihr Bedürfnis nach einem gesellschaftlichen Rahmen, der eine gelingende Mutterarbeit, die nicht einseitig zu Lasten der Mütter geht, ebenfalls öffentlich machen. Dafür sind die Forderungen nochmals zusammengefasst.

  1. Die Verteilung der steuerlichen Last muss so geregelt werden, dass Mütter mit Kindern entlastet werden.
  2. Die Corona-Energieausgleichs-Pauschale muss unabhängig von einer Berufstätigkeit allen Menschen mit Kindern ausgezahlt werden. 
  3. Die Krankenkassenkosten müssen neben den Kindern auch generell für Mütter bis zum 18. Lebensjahr des letzten Kindes übernommen werden. 
  4. Die staatliche Finanzierung von Müttern muss sich an der Lebenswirklichkeit unverheirateter Mütter ohne Erwerbsarbeit orientieren. 
  5. Um Mütter in ihren besonderen Leistungsphasen der Umstellung von Erwerbsarbeit hin zu Mutterarbeit und zurück zu unterstützen, brauchen wir eine Mütterquote von mindestens 30% in Unternehmen und Politik.

Fazit

Für die Umsetzung dieser gesellschaftspolitischen Konsequenzen besteht schon seit Jahrzehnten eine riesige Notwendigkeit. Je angespannter die ökologische Lage der Menschheit im Ganzen und der entstehende gesellschaftliche Druck wird, umso dringlicher werden neun, innovative Lösungen. Ein erster Schritt ist es, in die Familiensysteme als kleinster gesellschaftlicher Einheit zu schauen und dort mit der Veränderung anzufangen. 

Es geht um nichts weniger als eine grundlegende gesellschaftliche Neuausrichtung am Bedürfnis der Mütter an ihrer eigenen Existenzsicherung. Ihre Existenz ist gesellschaftlich bedroht dadurch, dass ihr einseitig die Pflicht der Kinderbetreuung aufgebürdet, die Rechte an der Wertschöpfung durch Kinder durch Umverteilung zu großen Teilen genommen wird. Dies zeigt die gesellschaftliche Realität der (Alters-)armut von (unverheirateten) Frauen und der Reichtum von erwerbsarbeitenden Menschen ohne Kinder.

Es ist Zeit für eine mutige, systemische Umstrukturierung: die eine Abschaffung der existentiell bedrohlichen, gesellschaftlichen Ungerechtigkeit für Mütter und ihre Kinder.

Was wir davon erwarten können? Glücklichere Mütter, glücklichere Kinder und eine glücklichere Gesellschaft – hier in Deutschland und überall. Es ist Zeit.

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