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Familienpraxis 

Dr. Simone Lang

Im Sommer las ich in der Zeitung, dass Gesundheitsminister Jens Spahn einen Gesetzesentwurf eingereicht hat, der mittlerweile auch im Bundeskabinett angenommen wurde, nach dem eine Impfpflicht für Kinder für Masern in Deutschland eingeführt werden soll. Für mich geht dieser Eingriff in die Körper meiner Kinder entschieden zu weit.

Das perfide an der Argumentation ist dabei, dass über den Mechanismus Sozialdruck gearbeitet wird: Weil einige nicht impfen, sind alle weiter gefährdet. Bzw. die Nicht-Geimpften profitieren von der Impfung der anderen. Für mich ist es aber genau umgekehrt: da die Masern mittlerweile so viel geimpft werden, hat mein Kind keine Möglichkeit mehr, an Masern zu erkranken, sie erfolgreich zu bewältigen und einen wirklichen, lebenslangen Impfschutz aufzubauen.

Der Sozialdruck hinter der Impfpflicht

Perfide ist das Ganze, weil in anderen Bereichen vielen Menschen schnurz egal ist, was die Mitmenschen tun und dafür nicht zu Rechenschaft gezogen werden, obwohl es da nur in den Eingriff in die persönlichen Wohlfühlrechte gehen würde statt in die Persönlichkeitsrechte meines Kindes wie bei einer Zwangsimpfung.

Ich denke da zum Beispiel an das Thema Autobesitz. Tagtäglich muss ich auf meinem Rad in Kauf nehmen, dass Tausende von Autos in meiner Stadt die Luft verunreinigen und ich der verschmutzten Luft viel stärker ausgesetzt bin als sie. Diese profitieren davon, wenn sie aussteigen, dass ich die Luft sauber gehalten habe (von einigen Schweißausdünstungen mal abgesehen), sind also Trittbrettfahrer meiner nachhaltigen Lebensweise.

Ebenso beim Thema Fleisch. Wie würde ich es begrüßen, wenn endlich ein Gesetzesentwurf eingereicht würde, der das Essen von Tieren verbietet, die nicht lebenswürdig gehalten und getötet wurden. Also die Schließung sämtlicher Mastbetriebe und Schlachtungseinrichtungen zur Folge hätte. Dann würde meine persönliche Umwelt weniger belastet und die anderen würden nicht ständig davon profitieren, dass ich kein Fleisch oder nur über den Biohandel meines Vertrauens beziehe. Wie überfällig wäre dieser Tierschutz! Warum wird es nicht gemacht? Weil Geld dahinter die entscheidende Rolle spielt. Das heißt, es darf weiterhin jeder und jede unvernünftig und maßlos viel billiges Fleisch konsumieren – das ist jedem und jeder einzelnen selbst überlassen und lässt mich hilflos vor dem unsäglichen Leid der Massen an Tieren als Bürgerin alleine.

Aber beim Thema Impfschutz, da soll es jetzt anders sein.

Da müssen sich jetzt alle danach richten, dass Menschen unter unfairen Arbeitsbedingungen keine Zeit mehr haben oder es als zu gefährlich eingestuft wird, das eigene Kind zu Hause zu pflegen, wenn es krank wird. Das ist ja nicht nur bei den Masern der Fall. Aber da bietet es sich halt so schön an, denn es KÖNNTE ja eine Gehirnhautentzündung geben, das ist ja schon vorgekommen. Ja, und kommt häufiger vor, wenn das Kind nicht die Zeit hat, eine Erkrankung auszuheilen. Das ist ja nicht nur bei den Masern der Fall. Aber es bietet sich halt so schön an. Und dann brauchen eben alle den Impfstoff.

Ich teile übrigens nicht die Sichtweise meiner Hebamme, dass das Gesetz daran scheitern wird, dass nicht genügend Impfstoff hergestellt wird. Nein, endlich DER Grund, ordentlich Impfstoff zu produzieren, und – eben ordentlich Geld zu scheffeln. Der finanzielle Umsatz durch die bisherigen Impfempfehlungen hat dazu geführt, dass im Pharmabereich am meisten Geld vor allen anderen Medikamenten mit Impfstoffen verdient wurde (Hirte, 2011, S.30), soviel zum Argument, es ginge nur um das Wohl der ungeimpften Menschen – seit wann geht es der Industrie um Kindeswohl…

Zu den Fakten der Masernerkrankung

(auf die Schwierigkeit unbeeinflusster Information für Eltern habe ich bereits im Artikel „Das leidige Thema Impfen“ hingewiesen)

Negative Aspekte der Masernerkrankung

  • Die häufigsten Komplikationen mit den Masern sind Pseudokrupp, Ohrenentzündung, Bronchitis und Lungenentzündung.
  • Die Masernsterblichkeit lag in Deutschland 2006 bei 1:10 000 bis 20 000 (Hirte, 2011, S. 246 – 248).
  • Selten kommt es zu einer Gehirnhautentzündung: bei 0,1 Prozent der Masernerkrankungen, vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen , fast nicht bei Kindern. Von diesen 0,1 % verläuft nur die Hälfte schwer, die anderen können werden wieder gesund. Von der Hälfte der der 0,1 Betroffenen sterben etwa 15 %, 35% erleiden Schädigungen des Nervensystems ( https://www.gaed.de/informationen/merkblaetter/ masern.html, Zugriff am 19.12.19).

Positive Effekte der Masernerkrankung

  • Eine erfolgreich durchlebte Masernerkrankung führt zu einem lebenslangen Schutz vor der Krankheit (Immunität).
  • Eine erfolgreich durchlebte Masernerkrankung stärkt anscheinend das Immunsystem: Kinder kommen nach einer Masernerkrankung weniger in die Arztpraxis (Kummer, 1992), sie haben seltener Hausstaubmilbenallergie (Kucukosmanoglu, 2006; Rosenlund, 2009), Neurodermitis ist seltener (Flöistrup, 2006).
  • Masern hat eine heilende Wirkung auf chronische Krankheiten wie beispielsweise die Schuppenflechte (Chakravati, 1986) oder die chronische Nierenerkrankung.
  • Masern kann Epilepsie positiv beeinflussen (Kondo, 1993).
  • Das Bewältigen von Kinderkrankheiten durch das Immunsystem der Kinder unter fürsorglicher Aufsicht und Pflege insbesondere von Masern, Röteln und Mumps führt zu einem verminderten Krebsrisiko (Albonico, 1998; Glaser, 2005; Montella, 2006), ebenso zu einem verminderten Risiko für Multiple Sklerose (Kesselring, 1990, nachzulesen unter Hirte, 2011, S.49-250).

Negative Aspekte der Masernimpfung

(meist als Kombinationsimpfung von Masern, Mumps und Röteln)

  • Geimpfte Kinder haben öfter Heuschnupfen (Levis, 1998) und häufiger Neurodermitis, wie in der Parsifal-Studie mit 6000 Schüler*innen in Schweden herausgefunden wurde (Flöistrup, 2006).
  • Die Masernimpfung hält in vielen Fällen nicht lebenslang, es gibt ein primäres (direkt nach der Impfung) und ein sekundäres Impfversagen (Schutz wird im Laufe des Lebens unwirksam).

Positive Aspekte der Masernimpfung

  • Das Kind muss die Krankheit nicht durchleben.
  • Die Eltern müssen das Kind nicht pflegen.
  • Die „eingesparte“ Pflegezeit der Kinder steht als Arbeitszeit für angestellte Eltern zur Verfügung, so dass diese in ihrem Arbeitsumfeld wegen Fehltagen weniger unter Druck geraten.

Was geschehen oder unterlassen werden muss

Wir Eltern dürfen uns nicht unsere eigene Entscheidung abnehmen lassen, was wir für unser Kind als gut und richtig empfinden. Jeder und jede muss für ihr Kind selbst entscheiden, was im eigenen Umfeld das Beste ist. Denn letztlich müssen wir es auch verantworten und ausbaden – die Krankheit pflegerisch betreuen oder die Belastung einer Impfung für das Immunsystem des eigenen Kindes in Kauf nehmen.

Dass die Politik lobbygesteuert ist, ist wenig ethisch. Es wird nicht mehr tolerierbar wenn es um Persönlichkeitsrechte des einzelnen Menschen geht. Es wird Zeit, dass Kinderärzt*innen sich emanzipieren und sich aus ethischen Gründen eine eigene Stellungnahme zu der voreingenommenen Impfpolitik erarbeiten. Einige tun das bereits ( https://www.individuelle-impfentscheidung.de).

Unterstützung und Hilfe geben uns Eltern Kinderärzt*innen, die sich intensiv mit der Impfentscheidung auseinandergesetzt haben, z.B. Dr. Steffen Rabe aus München (Tel. 089 – 89217911 oder www.rabendoktor.de sowie Karin Michael oder Dr. Zuzak-Siegrist aus Herdecke (02330 – 6239 – 07 oder -08) sowie Michael Friedl aus Heidelberg (06221 – 453877). Ich übernehme keine Haftung für die Entscheidung anderer Eltern und möchte nicht, dass mir die Entscheidung für mein Kind vorgeschrieben wird, was ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte darstellt.

Ausblick

Wie siehts eigentlich mit Scharlach aus? Da gibt’s noch keinen Impfstoff und – huch – Scharlach ist natürlich VIIIIIEEEEL weniger gefährlich als die Masern. Würde mich nicht wundern, wenn da industriell nicht schon unter Hochdruck dran gearbeitet würde. Und wenn Herr Spahn nicht schon den nächsten Gesetzesentwurf in der Schublade hätte. Ach nee, muss ja einfach den alten übernehmen. Lässt sich ja beliebig auf jede weitere Erkrankung übertragen. Vor allem wenn diese auch noch WIRKLICH lebensgefährlich ist.

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