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Familienpraxis 

Dr. Simone Lang

Meine Schreibaby besser verstehen

Die meisten Eltern fragen sich, wenn sie ihr Baby nicht beruhigen können, ob es krank ist. In den meisten Fällen lässt sich diese berechtigte Frage mit einem „Nein“ beantworten.

Aktueller wissenschaftlicher Stand der Schreiforschung

Unerklärbares Schreien und Weinen in den ersten drei Lebensmonaten lässt sich in den meisten Fällen keiner bestimmten Erkrankung zuordnen – ärztliche Hilfe benötigen nur etwa 5 % bis 10 % der Kinder. Und: Das untröstliche Schreien ist auch nicht auf das Versagen von Eltern zurückzuführen! Mütter haben die Fähigkeit in sich, auf ihr Kind zu hören, so genannte intuitive Fähigkeiten. Damit diese allerdings im Laufe der Zeit noch von Stress und Unsicherheit verschüttet werden, ist es grundlegend, dass es auch ab und zu gemeinsame positive Erlebnisse gibt. Dass Mama und Baby in Kontakt kommen. Sich liebevoll verbinden.

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Die Frage, wie ich meinem Kind helfen kann, lässt sich also nach der Abklärung möglicher körperlicher Ursachen damit beantworten: Genieße die Zeit, die gut läuft! Auch wenn gerade das unvorstellbar erscheint – innige Verbundenheit mit deinem Kind ist ein Schlüssel zu weniger Geschrei und mehr Zufriedenheit. Gibt es Momente gelungener Interaktionen, entschärft sich die Schreiproblematik.

Tipp 1: Bemerke gemeinsame Momente ganz bewusst!

Im Tagesablauf gibt es immer wieder Momente, in denen das Kind kurz „da“ ist. Aufmerksam und bereit, mit uns zu kommunizieren. Oft sind das genau die Momente, in denen wir „eigentlich“ keine Zeit für das Kind haben. Wenn wir nur schnell zu kochen oder die Wäsche machen, weil das Baby gerade mal Ruhe gibt. Auf der Wickelkommode, wenn wir mitten im Wickeln sind und fertig werden wollen. 

Aber Mama und Kind finden die größte innere Zufriedenheit darin, sich miteinander zu beschäftigen. Daraus kannst du als Mama Kraft MIT DEINEM BABY tanken. Positiver Nebeneffekt: Auch dein Kind tankt auf und schreit in der Folge weniger!

Tipp 2: Schaffe dir Entlastung für mehr gemeinsame Momente!

Das heißt, die Frage in den ersten Monaten ist: Wie kannst du dich von allem anderen entlasten, um tatsächlich in mehr Momenten des Tages mit deinem Kind in Kontakt zu kommen?

Was sind Interaktionen oder Spiele?

Manche Mütter fragen, was sie denn mit dem Baby spielen sollen. Es geht nicht darum, dem Kind Spielzeuge anzubieten. Spiele sind gelungene Interaktionen. Sie leben durch den Reiz des gemeinsamen Tuns an sich, dem Vergnügen der Personen miteinander oder auch einer Person mit einem Gegenstand. 

Wann kann ich anfangen zu spielen?

Bereits ab zwei bis drei Monaten können Gesichter von großem Interesse sein. Spielen kann hier bedeuten, Blickkontakt aufzunehmen, mit dem Kind zu sprechen. Das Kind „antwortet“, wenn es die Zunge bewegt, den Mund öffnet und damit die Sprechbewegung des Mundes der Mutter nachahmt, oft noch ohne Ton.

Wenn das Kind den Blick abwendet, ist das ein Zeichen, dass es anstrengend war, den Blick scharf stellen zu müssen. Das Kind reguliert die eigene Konzentration durch das Blickabwenden und entspannt sich dadurch wieder.

In späteren Altersstufen werden weitere Dinge spannender. Dabei gibt das Kind vor, was interessant ist!

Tipp 3: Lass´ dich auf die Signale deines Babys ein

Wir neigen dazu, den Kindern von Anfang an unsere Spiele aufzudrängen, da wir natürlich schon viel mehr Erfahrungen haben. Um aber dem Baby zu ermöglichen, dass es sich selbst in das Spiel einbringt, ist es hilfreich, Signale des Babys zu beobachten und dann nachzuahmen. So bekommt das Baby einen Anteil am Spiel und wird nicht nur passiv „bespaßt“. Positiver Nebeneffekt: Ich lerne mein Kind besser kennen und verstehe die Bedürfnisse nach und nach viel besser. 

Das heißt, dass dem Beobachten von und Eingehen auf kindliche Signale eine große Bedeutung zukommt. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Wohin ist der Blick gerichtet?
  • Sieht das Kind zufrieden aus?
  • Hört es auf Geräusche oder gibt es Geräusche von sich?
  • Wann wird das Kind müde und hat genug?

<https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/mechthild-papousek-gespraech100~attachment.pdf?

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